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Dienstag, 10 September 2013 04:48

Heckrotor 2.0

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Der Sommer und das schöne Wetter ist jetzt wohl entgültig vorbei. Diese Zwangspause will ich aber nutzen um etwas neues zu probieren. So wie es aussieht macht der Heckrotor ab einer bestimmten Drehzahl was er will und das mit brutalen Vibrationen. Meine Vermutung ist, die etwas dünne Heckrotorwelle und die starre Nabe mit den Alu-Blatthaltern schwingen sich so gewaltig auf dass es gefährlich für die gesamte Maschine wird. Das macht sich mit plötzlichen, sehr heftigen Vibrationen und einem unbeschreiblichen Geräusch bemerkbar...

 

Was kann man denn tun bei schwingenden Teilen?

Entweder die Drehzahlen niedrig halten, was ich in dem Fall aber eher nicht will oder das schwache Glied in der Kette verstärken und/oder mit einer Dämpfung zähmen.

Ich habe mich für die zweite Variante entschieden und suchte nach einer Lösung die mir eine dickere Heckrotorwelle und eine Kopfdämpfung bringt.

Die dickere Welle ist eigentlich gar kein Problem, es müssen nur ein Paar neue Lager und eine passende Heckschiebehülse her. Die passenden Bundlager habe ich schnell gefunden und bestellt, eine 5mm dicke Heckrotorwelle ersetzt jetzt zumindest theoretisch die 4mm Welle.

Die Kopfdämpfung des Heckrotors ist aber eine ganz andere Herausforderung. Eine gehärtete Welle und eine hohle Nabe muss in dem Fall her, aber wie soll das ohne viel Aufwand zusammengefügt werden? Diese Frage hat mich einige Tage beschäftigt und musste feststellen es geht leider nicht so einfach, es soll ja auch sicher halten und absolut rund laufen! Ich habe vor den Heckrotor mit über 13.000rpm drehen zu lassen und da darf nichts schief gehen.

Ich habe Versuche mit Reibschweißen gemacht, das scheint aber komplizierter zu sein als gedacht. "Normales" anschweißen fällt auch aus, die Welle würde sich verziehen und weich werden, Schraubverbindungen können wegen Platzmangel auch nicht funktionieren. Zudem wird es sehr schwierig ein Gewinde auf eine harte Welle zu schneiden... Es ist zum verzweifeln!

Tage später fand ich heraus dass der Goblin500 eine 5mm Heckrotorwelle und eine hohle Nabe besitzt denn dieser Heli hat ein gedämpften Heckrotor. Super! Damit wäre ein riesen Problem gelöst! Diese Lösung hat SAB wirklich gut umgesetzt, relativ einfach und auch elegant. Das ist das Teil für meinen Heli!

So sieht es aus:

Neuer Heckrotor mit DämpfungIch bestellte also die Goblin500 Heckrotorwelle und fertigte mir dann den Rest neu an. Die Heckrotorwelle mit der hohlen Nabe sieht sehr solide aus und macht Laune :)

 

 

Die Align Steuerbrücke und Blatthalter bleiben da ich sie erst neu gekauft habe, alles andere wurde neu angefertigt:

Neuer Heckrotor mit DämpfungNeuer Heckrotor mit DämpfungNeuer Heckrotor mit Dämpfung

 

 

 

Eine neue Alu Heckschiebehülse mit zwei 7x11x3 Bundlagern und dem passenden Alugehäuse dazwischen wurde mit der Align Steuerbrücke verklebt und verstemmt. Das hält bombastisch...

Das Zahnriemenrad musste natürlich auch für die 5mm Welle aufgebohrt werden.

Mehr Drehzahl für den Heckrotor

Im letzten Blogpost berichtete ich über eine Anpassung am Getriebe um mehr Heckrotordrehzahl am Heli zu bekommen. Die Heckperformance muss unbedingt besser werden! Das neue Heckservo hat zwar schon deutlich mehr Druck auf den Heckrotor gezaubert aber wenn die Drehzahl zu gering ist, reisst die Strömung trotzdem ab und das Heck wird wieder instabil.

Die 24z MXL Zahnriemenscheibe war aber überdimensioniert und kommt nicht noch einmal in die Maschine. Das sind einfach verrückte Drehzahlbereiche die einfach nur viel Lärm um nichts erzeugen und unnötig Energie verbrauchen.

Auf die Dauer hilft nur Power...

Jetzt versuche ich es mit einer 22z MXL Zahnriemenscheibe und hoffe das Übersetzungsverhältnis von 1:5 anstatt von 1:4,5 dauerhaft einsetzen zu können. Natürlich musste auch diese Zahnriemenscheibe komplett angepasst werden um den 7mm Zahnriemen sauber führen zu können. Damit erhöht sich die Heckrotordrehzahl nur wenig und verbrennt nicht viel mehr Energie. Es fehlt ja nicht viel bis das Heck wie angenagelt in der Luft steht, es sollte also (wenn die Mechanik so funktioniert wie ich es mir erhoffe) reichen!

Vor einer Woche testete ich das neue ServoKing DS-795iHV Heckservo mit der ursprünglichen Getriebekonfiguration. Leider war es sehr windig:

 

Jetzt ist erst mal wieder warten auf Flugwetter angesagt...


Gelesen 17108 mal Letzte Änderung am Montag, 28 März 2016 02:59
Lucas Langner

Mein Name ist Lucas Langner aber die meisten nennen mich Luke. Ich lebe in Nürnberg (Bayern) und arbeite als Mechatroniker. RC Helis zu bauen und zu fliegen ist für mich seit Sommer 2010 zur Sucht geworden....
Website: www.lionbit.com

 

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5 Kommentare

  • Kommentar-Link gandalf Dienstag, 10 September 2013 13:10 gepostet von gandalf

    das ist ja ein riesen aufwand den du da betreibst aber interessant ist es trotzdem. ich bin gespannt ob das so funktioniert wie du es dir wünschst!

  • Kommentar-Link Andy Dienstag, 10 September 2013 20:52 gepostet von Andy

    Im Video kann ich keine Heckschwäche erkennen, wieso willst du denn noch mehr Heckperformance? Sieht doch echt gut aus...

  • Kommentar-Link Lucas Langner Mittwoch, 11 September 2013 02:02 gepostet von Lucas Langner

    Naja, der Aufwand hält sich in Grenzen, es ist ja kein Heli von der Stange ;-)
    Ich glaube der Umbau hat sich gelohnt, ein erster Drehzahltest ohne Hauptrotorblätter mit 95% Regleröffnung war positiv. Keine seltsamen Geräusche, keine Vibrationen. Es hat scheinbar doch was gebracht!
    Der Flug im Video war eher vorsichtig, die Rainbows haben ganz gut ausgesehen, aber nur mit relativ viel Drehzahl. Das was ich nicht gefilmt habe sah nicht ganz so gut aus. Z.B. TicTocs sahen nicht so stabil aus. Ich freue mich auf den ersten Test in der Luft, da wird es sich zeigen ob der Umbau gefruchtet hat :-)

  • Kommentar-Link Dirk Donnerstag, 28 November 2013 11:44 gepostet von Dirk

    Was bringt denn eine Dämpfung im Heckrotor? Außer deinem und den Goblin kenne ich keinen Heli mit Dämpfung.

  • Kommentar-Link Lucas Langner Freitag, 29 November 2013 00:49 gepostet von Lucas Langner

    Die Dämpfung reduziert Schwingungen die durch den Heckrotor selbst verursacht werden. Ungedämpft haben sich die Vibrationen auf das Heckrohr übertragen und wenn das mal ins schwingen kommt wird es hässlich für das Material. Bei mir hat sich das mit einem sehr lauten rattern bemerkbar gemacht und weil ich die Heckrotorübersetzung nach oben verändert habe kam das Geräusch schon sehr bald. Seit dem Umbau konnte ich das bei keiner Drehzahl mehr registrieren :)

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